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Max Payne 2: The Fall of Max Payne

Die Eleganz des Tötens


Verlassene Bürogebäude, endlose Korridore, eine alte Geisterbahn: Polizei-Inspektor Max Payne verfolgt eine geheimnisvolle Sekte namens »Der Innere Kreis«, die Waffen schmuggelt und an weiteren schweren Verbrechen beteiligt ist. Bei seinen Ermittlungen lernt er die attraktive Auftragsmörderin Mona Sax kennen – und verliebt sich in sie. Im Verlauf des Spiels deckt er auf Befehl des Spielers Intrigen auf, hilft einem Freund aus der Patsche – und liefert sich heftige Schusswechsel mit schwer bewaffneten Gangstern. Der Spieler steuert den zynischen Super-Detektiv – und später dessen Freundin Mona – aus der Verfolgerperspektive, sucht etwa die richtige Tür, die in den nächsten Raum führt. Dabei nietet Max alle Gegner um, die sich ihm in den Weg stellen. Wenn er eine bestimmte Stelle im Spielabschnitt erreicht, wird automatisch eine Zwischensequenz gestartet, die den aktuellen Abschnitt mit dem nächsten verknüpft.

Der erste Teil des Action-Spiels erschien im Sommer 2001, der Spieler steuerte den Helden durch eine alptraumhafte Geschichte, die damit beginnt, dass Maxens Familie ermordet wird. Zwischenzeitliche Alptraumsequenzen erinnern stark an Gruselspiele wie »Silent Hill 3«, bedrohlich pocht Musik im Hintergrund, Blutlachen schwellen zu Pfützen, die Wände bewegen sich. Bald jagen Verbrecher und Polizisten gleichermaßen den gepeinigten Herrn Payne (englisch pain = Pein, Schmerz) und geben ihm Gelegenheit, seine Patronen zu verschießen. »Max Payne 2” setzt die Leidensgeschichte fort: Max muss wieder Hunderte Gangster erledigen, im Bleikugelgestöber sterben seine Gegner wie Fliegen im Sommerregen.

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) erlaubt nicht, dass »Max Payne 2« an Minderjährige verkauft wird. Die FSK ist zuständig für die Altersfreigabe bei Computerspielen, bereits der erste Teil wurde mit dem »Ab 18«-Stempel versehen – und später indiziert; das heißt, er durfte in der Öffentlichkeit nicht beworben werden. Die Sorge um die Jugend ist wohl begründet: Die Spielhandlung besteht im Wesentlichen darin, mit dem Mittel der Gewalt alle Gegner zu töten, auf jede erdenkliche Weise: Max kann sie mit Granaten oder Molotow-Cocktails bewerfen, eine Salve aus der Maschinenpistole abfeuern oder mit dem Scharfschützengewehr auf die Köpfe der Gegner zielen und mit einem Schuss erledigen. Blut spritzt literweise, allerdings fliegen keine Körperteile durch den Raum. Die Gewalt ist hier wesentlicher Motor des Spiels, dem Spieler bleibt keine Alternative zu Mord und Totschlag.

Fürsorglich: Der geschundene Spielheld Max hat schon mit Vorbedacht – eine Knarre mitgebracht.

Freunde hart gesottener Krimikost à la Andrew Vachs werden in Max Payne einen Helden nach ihrem Geschmack finden: Raubeinig, eigensinnig, draufgängerisch, zynisch. Die Verbindung zum Film noir und blutigen Neuauflagen wie John Woos »Bullet in the head« werden durch die Zwischensequenzen illustriert. Wie im ersten Teil wird die Nichtspielhandlung als Comicstrip eingeblendet, die Dialoge in den Sprechblasen meistern die Synchronsprecher. In einer Szene etwa sagt Max: »Die Welt ist zu klein für Behaglichkeit.« Dieser Satz macht das ganze Ausmaß seines Pessimismus deutlich. Professionelle, Gangsterfilm-erprobte Sprecher leihen den Figuren ihre Stimmen. Ein besonderes grafisches Element des detailliert gestalteten Spiels weist auf den Actionfilm: Die so genannte »Bullet Time«. Drückt der Spieler den entsprechenden Knopf der Tastatur oder des Gamepads (= Eingabegerät, etwa an Playstation 2 oder Xbox), wird das Geschehen in Zeitlupe dargestellt, nur Max bewegt sich in Echtzeit und erlangt dadurch einen taktischen Vorteil. Die »Bullet Time« wurde im letzt jährigen Actionspiel »Enter the Matrix« verwendet, das sich wiederum an der Handlung des zweiten Teils der »Matrix«-Filme orientiert. Während dieser verlangsamten Handlung wird die brutale Metzelei als schönes Sterben inszeniert, zur Freude reifer Pop-Ästheten, zum Schrecken besorgter Eltern spielfreudiger Jugendlicher.

Das Spiel ist in drei Teile mit jeweils etwa sechs Kapiteln unterteilt, selbst unerfahrene Spieler werden nicht länger als sieben Stunden brauchen, um sich zum Finale durchzuschießen. Freunde von Spielen wie »Tomb Raider« und vResident Evil« werden Rätsel und Denkübungen vermissen, Actionspieler kommen auf ihre Kosten.

Peter Kusenberg/DigiText

Max Payne 2: The Fall of Max Payne, Hersteller: Take 2, Genre: Action-Adventure, System: PC (Windows XP, 1 GHz, 256 MB RAM, 1,7 GB Festplattenspeicher), PS2, Xbox, Altersfreigabe: ab 18 Jahren, Preis: 50 € PC, 60 € PS2, Xbox, Internet: www.maxpayne.de

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