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Nokia verkaufte bis zum 1. September eine Million Spielehandys

Jubelfinnen


Bei der Einführung des N-Gage im Herbst 2003 investierte Nokia Millionenbeträge in aufwändige Werbekampagnen, um Spieler zum Kauf seines ersten Spiel-Handys zu verlocken. Der N-Gage hatte zahlreiche Macken: Er war klobig, der Akku schwach – und die Spiele befanden sich auf Speicherkarten, die nur nach Entfernen des Akkus ausgewechselt werden konnten. Außerdem wurden Menschen verspottet, die mit einem N-Gage telefonierten, da sie dazu die schmale Seite an Ohr und Mund pressen mussten. Wegen des anhaltenden Spotts und der miesen Verkaufszahlen brachte Nokia bereits im Frühjahr 2004 einen Nachfolger heraus. Der N-Gage QD fehlten die meisten Makel des ersten N-Gage, er sah zudem schicker aus – und das Spielangebot hatte sich bis dahin um einige erstklassige, zum Teil gar exklusive Titel erweitert.

Wenn in elf Monaten eine Million Exemplare weltweit an den Handel ausgeliefert wurden, dann ist dieses Ergebnis bescheiden. Von Modellen wie dem 3410 und dem 6800 wurden mehrere Millionen Exemplare verkauft, bei wesentlich geringerem Webeaufwand und einer tausendfachen Konkurrenz. Der N-Gage muss nur einen direkten Kontrahenten fürchten: Den Gameboy. Von dessen letzter Version, dem Gameboy Advance SP, verkauft Nintendo weltweit weit über eine Million Exemplare – pro Monat. Allein in Japan, dem Mutterland des Konzerns („Super Mario“), gehen monatlich mehrere Hunderttausende Exemplare über den Ladentisch. In diesem Oktober wird Nintendo einen rosafarbenen Advance SP in einer Pink Edition veröffentlichen, die Vorbestellungen reichen an die gesamten Verkaufszahlen des N-Gage heran.

N-Gage QD: Verbessertes Spielehandy mit Wechselmedienschlitz

Dennoch: Das Spielangebot für den N-Gage und den baugleichen N-Gage QD wächst: Das schlüpfrige Adventure „Leisure Suite Larry“ wird in den kommenden Wochen veröffentlicht werden, außerdem die potenziellen Bestseller „Pathway to Glory“ und „Pocket Kingdom: Own the World“. Die N-Gage-Arena erfreut sich ebenfalls über regen Zuspruch: Mit einem Tastendruck betreten N-Gage-Spieler diese Arena und treten über Funk in Kontakt mit anderen Spielern. Bislang haben sich über 100.000 Spieler registriert, womit etwa jeder achte N-Gage-Spieler diese Mehrspieler-Technik nutzt. Hier zeigt der N-Gage neben den aufwändigen Spielen einen weiteren Vorteil gegenüber gewöhnlichen Multimedia-Handys. Immerhin ist der N-Gage die einzige Spielkonsole mit Telefon-Funktion. Die neuesten Handhelds (= Taschenspielcomputer) von Nintendo und Sony, Nintendo DS und PSP, werden den N-Gage in puncto Bedienung und Spielauswahl in den Schatten stellen – telefonieren kann man mit ihnen jedoch nicht.

Peter Kusenberg/DigiText (6. September 2004)

N-Gage QD, Hersteller: Nokia, Internet: www.nokia-ngage.de, Preis: ca. 200 €

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